Morgen, eigentlich schon heute, bleibt meine Küche leer. Ein guter Freund meinte heiraten zu wollen und hat eine große Fete angekündigt. Also nix wie hin. Wobei wir uns schon fragen, wie er auf das dünne Brett kommt und welche Frau es geschafft hat. Wir kennen nicht mal die Holde. Vielleicht auch gut so, denn dann würde sie uns kennen und wer gute Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Doch so ein bisschen fragen wir uns aber auch, warum wir hingehen, denn laut Einladung heißt es: nicht kommen = Kündigung der Freundschaft, komische Hochzeitsaktionen wie Brautentführung, Reden oder eine der unzähligen Geschichten aus seiner Vergangenheit = Kündigung der Freundschaft. Ergo, egal was wir tun oder nicht tun, das Ergebnis ist das Gleiche. Ein Freund weniger. Naja, vielleicht macht er jetzt im hohen Alter auch auf Familienglück, dann braucht er für einen entfernten Besuch eh ne Ausrede... Wie auch immer es ausgeht, wir lassen uns überraschen. Vielleicht hat er ja mal wirklich ne ordentliche Fete auf die Beine gestellt, für entsprechend anregende Ausstattung gesorgt und geht nicht um 23 Uhr ins Bett weil schon 2 Stunden über "seiner Zeit".
Trotzdem wollte ich heute den Blog nicht wie sonst verwaisen lassen. Und beim Rumgucken bei Kollegen, habe ich bei
Markus allias lukuhlus einen lustigen Fragebogen gefunden. Mal eine Gelegenheit etwas mehr von mir mitzuteilen, wie ja auch
Thomas von genussblogs.net im Interview anmerkte.
Also stell ich mich mal den Fragen:
1.) Kannst du kochen?
Dass ich seit mehr als 20 Jahren koche, heißt nicht dass ich ein Meister des Fachs bin, aber Übung hilft. Und wie soll Mann über sich selbst sagen, dass mann kochen kann. Die Bewertung des Könnens überlasse ich anderen. Nur soviel: geflüchtet ist noch keineR.
2.) Wann isst bei euch die ganze Familie gemeinsam?
Da Single gibt es nur ein gemeinsam mit FreundInnen. Grundsätzlich bin ich in diesem Punkt wertkonservativ und halte gemeinsames Essen für ein Stück Kultur. Mit „gemeinsam Essen“ verbinde ich Gemeinsamkeit und Zeit füreinander.
3.) Was isst du zum Frühstück?
Nix, erstens kann ich das im Alltag nicht ab, denn es kostet Schlaf der eh immer zu kurz kommt und zweitens fehlt mir morgens der Hunger. Anders sieht die am Wochenende aus, nur dann ist bei mir Frühstück wenn andere bereits Mittag hinter sich haben.
4.) Wann, wo und wie esst ihr in der Woche?
In der Regel abends zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten. Und aufgrund des Thema des Blog sowieso 365 Tage. Und wo? Je nach Laune am Esstisch oder im Wohnzimmer.
5.) Wie oft geht ihr ins Restaurant?
Früher oft, heute selten. Wenn ich unterwegs bin oder mich eine Küche wirklich interessiert. Bevor ich mir etwas antue, koche ich lieber selber. Ich finde ausgehen sollte etwas besonderes sein. Sachen die ich selber kochen kann, muss ich nicht im Restaurant essen.
6.) Wie oft bestellt ihr euch was?
Bestellen? Never ever! Genauso wenig wie bei mir was aus der Tüte kommt, gibt es was vom Pizza- oder sonstwie-Service. Bei meiner Garage ist ein Pizzaservice und ich wohne in einem Viertel in dem die Döner, Fastfood und „Wir liefern“-Taxies sich wie eine Seuche vermehren. Der Anblick reicht...
7.) Zu 5 und 6: Wenn es keine finanziellen Hindernisse gäbe, würdet ihr das gerne öfters tun?
Nein, wie unter 5 und 6 genannt: Essen, dann bitte Außergewöhnlich und Lieferservice gehört für mich zur Gattung Versuchsmännchen „überlebt er es oder nicht“.
8.) Gibt es bei euch so was wie „Standardgerichte”, die regelmäßig auf den Tisch kommen?
Ich habe da schon einige Favoriten. Doch Gleiches wird nie gleich gekocht. Ich probiere gerne aus und beim Kochen kann schon mal ein Vorhaben eine Kehrtwendung bekommen. Wenn ich im Vorfeld Speisekarten schreiben würde, wären die wie ein Ü-Ei. Man weiß nie was aus der Küche wirklich kommt. Regelmäßig kommt was mit Fleisch oder Fisch raus, meine wichtigste Beilage.
9.) Hast du schon mal für mehr als 6 Personen gekocht?
Nicht nur einmal. Kommt öfter vor, da sich Freunde gerne Einladen lassen. Und neben einfach, kann dies auch mal zum 5 Gänge-Menü für 6-8 Personen ausarten.
10.) Kochst du jeden Tag?
Ja und wenn es sein soll mitten in der Nacht. Kochen ist für mich Ausgleich vom Alltag. So wie andere irgendwas basteln, renovieren oder sonst eine regelmäßige ausgleichende Beschäftigung haben, koche ich.
11.) Hast du schon mal ein Rezept aus dem Kochblog ausprobiert?
Ganz ehrlich? Nö, das ist genauso wie mit Kochbüchern. Für mich sind Blogs, Kochbücher etc. Lesestoff und dient der Anregung was wie geht. Beim Kochen habe ich weder Kochbuch noch sonst was an Anleitungen zur Hand. Aber ich muss gestehen, Kochbücher stehen Unmengen im Regal. Vor allem alte Kochbücher haben es mir angetan oder Kochbücher die eine Geschichte erzählen. So wie „ Gold Holz Stein“ von Stephan Wiesner. Einfach nur schräg.
12.) Wer kocht bei euch häufiger?
Ich. Einerseits niemand anderes da und es war schon immer so: die Küche ist meins. Frau darf mitreden, aber nicht mitkochen. Zumindest war es bisher so.
13.) Und wer kann besser kochen?
Auf das Experiment habe ich mich nur einmal eingelassen....
14.) Gibt es schon mal Streit ums Essen?
Nein, ich streite ungern mit mir selbst. Auch im Rückblick, nein. Höchstens um die Tischdeko oder wenn Gäste eingeladen waren um den Zeitpunkt wann ich anfange zu kochen. Mädels sind da ein bisschen nervös...
15.) Kochst du heute völlig anders, als deine Mutter bzw. deine Eltern?
Unbedingt, von der Seite wurde mir nicht soviel in die Wiege gelegt. Muttern kochte, weil Frau dies ja tun sollte. Ich koche aus Leidenschaft und Spaß. Ich glaube auch, dass Männer anders kochen als Frauen. Wir Jungs kochen aus der Intention zu glänzen, Frauen doch meistens weil es zum „Versorgen“ gehört. Und letzteres finde ich schrecklich. Vieles habe ich dann doch eher aus der Erinnerung an Oma oder aus der Familie von meiner Ex, bzw. deren Opa, ein Virtuose am Herd, und Oma, die die solide Bauernküche aus Medoc pflegte.
16.) Wenn ja, isst du trotzdem gerne bei deinen Eltern?
Nö, da würde ich denn kochen.
17.) Bist du Vegetarier oder könntest du dir vorstellen vegetarisch zu leben?
Bin ich verrückt?
18.) Was würdest du gerne mal ausprobieren, an was du dich bisher nicht rangewagt hast?
Geht nicht gibt nicht und wer keine Fehler macht lernt nix. Wenn mich etwas reizt, wage ich alles. Schwierig wird es höchstens, wenn der Aufwand sich über Tage streckt, dazu fehlt mir leider die Zeit. Der vorangehende Opa kochte mal zu Weihnachten, immer ein Festessen über 6 Stunden (typisch Frankreich), Mais-Poulee-Brust mit einem aufgebauten Mantel aus Weißwein-Gelee und Fois gras. Aufwand ohne Ende, aber endgeil...
19.) Kochst du lieber oder findest du Backen spannender?
Eigentlich kochen, doch es kommt immer häufiger vor, dass ich auch backe. Doch beim backen gilt auch eines: viel ausprobieren. Mein erster Versuch war die Idee war ein Käsekuchen wie von Oma. Hat auf Anhieb geklappt nur kamen als Ergebnis 3 Kuchen raus. Hatte mich zur Freude meiner Mitarbeiter in der Menge verhauen...
20.) Was war die größte Misere, die Du in der Küche angerichtet hast?
Gulasch aufgesetzt und eingeschlafen... der war denn nicht nur reduziert sondern weg.
21.) Was essen deine Kinder am liebsten?
Welche Kinder?
22.) Was mögen deine Kinder überhaupt nicht?
Ich glaube Kinder hätten bei meiner Küche eh ein grundsätzliches Problem...
23.) Was magst du überhaupt nicht?
Kochen ohne Liebe zur Ware, schlechtes Essen, Junkfood und Fertiggerichte. Tütensuppen u.ä. sind sowieso ein No Go.
Ein Danke an Markus für das Stöckchen...