2. Tag und Standfest, mal schauen wie standfest die Mannschaft ist ... und da es gegen Abend was Ordentliches gibt, muss am Mittag eine Suppe reichen. Pilze sollen es sein... aber keine Frischen, dass Risiko wäre mir dann doch zu groß gewesen diese 3 Tage im Kühlschrank zu lassen

und für den Markt morgens, na ja wird eng - die Pforten öffnen auf der Messe um 9.00 Uhr und wir wohnen irgendwo in der Pampa. Jede Minute Schlaf zählt und genau dies wird sich noch bewahrheiten.
Doch erstmal muss für den Abend und die Messebesucher etwas in den Ofen: 4 kg Roastbeef. Backofen auf 220grad Ober-Unterhitze und es kann losgehen. Das Fleischstück ein bisschen dressen (Haut und ein paar Fettstellen entfernen, die Fettscheibe unten bleibt!!), Zwiebeln würfeln, Knoblauch hacken und das Roastbeef Pfeffern und Salzen sowie mit Senf einreiben. In einem großen Topf (die Pfanne ist zu klein) Ölivenöl erhitzen und das gute Stück von allen Seiten anbraten. Mit der letzten Seite die Zwiebel zugeben, nach einer Weile den Knoblauch dazu und mit einem halben Liter Brühe ablöschen und das Fleisch im Sud ziehen lassen. Nach 10minuten das Fleisch in eine Kasserole geben und ab in den Ofen... diesen dann auf 120grad runter stellen. Ups den Fleischthermometer vergessen! Übrigens, eine geniale Erfindung, seit dem ich diesen habe sind mir die Garzeiten egal. So nun den Sud leicht köcheln lassen und immer wieder nachgießen bis etwa eine Menge von 1,5 Liter beisammen kommt. Warm stellen und dann kümmer ich mich um die andere Sauce zum Beef. Carolin hat derweil Avocados klein geschnitten. Diese kommen jetzt zusammen mit frischem Chilli, 4 Eigelb und 3 Becher Joghurt in den Mixer: fertig ist die 2. Sauce, ab in den Kühlschrank. Nun noch die Suppe für unsere Kollegen...

Also Pilzsuppe mit Morcheln und Steinpilzen. Hierzu erstmal von der leckeren Brühe etwas abschöpfen und lauwarm machen, die getrockneten Pilze darin einweichen... Nebenher 250g Butter in einen mittleren Topf und 4 Zwiebeln würfeln und 4 Zehen Knoblauch klein schneiden. Nachdem die Pilze gut durchgezogen sind (dauert bei lauwarmen Wasser/Brühe etwa 30 Min. länger ist besser) diese auf dem Brett klein schneiden und nebenher die Butter im Topf bei mittlerer Hitze zerlassen. Sobald die Butter heiß ist (nicht Braun werden lassen), die Zwiebeln beigeben und glasig anschmoren, dann den Knoblauch dazu, kurz mitziehen lassen und nun die klein geschnittenen Pilze zugeben. Pfeffern und Salzen. Jetzt die Platte hochdrehen und schön die Pilze schmoren, derweil die Einweichbrühe durch ein Tuch lassen. Nun die Pilze mit einem guten Schuss Armanac/Cognac (es geht auch anderes) ablöschen und einkochen lassen. Dann mit der Einweichbrühe nochmals ablöschen und wieder stark reduzieren. Dann von der Rinderbrühe nachgießen und wieder reduzieren (etwa auf die Hälfte). Nebenher etwa 4 Liter Rinderbrühe aufwärmen und kurz aufkochen. Die heiße Brühe Halbliterweise auf den Pilzsud nach und nach geben. Also 0,5 Liter nachgießen etwas reduzieren, wieder nachgießen usw. bis die 4 Liter verbraucht sind. Zum Schluss bleiben etwa 3 Liter Suppenbasis. Oje die Mannschaft guckt schon hungrig... ok gleich ist Suppe da. Etwa 400g Creme fraiche unterrühren, kurz aufschlagen - abschmecken ... und los geht es.
Das Küchenfeld habe ich mit meinen Kollegen geteilt, die machten mal eben einen Hefeteig mit kleingeschnittenen Rucola und frischem Oregano darin. Daraus wurden die Brötschen zur Suppe. Antreteten Suppenschalen hierhin: die Mannschaft hat Hunger! Voila!
So das Beef dufte bald soweit sein: Nun wird die andere Sauce fertig montiert. Ich guck kurz nach drüben zu den netten Mädels. Irgendwie tun die mir leid

. So Butter in den mittleren Topf, Zwiebeln klein würfeln und dazu. Kurz mal in den Ofen geschaut, hui 55 Grad Kerntemperatur, prima bei 70 ist es gut. Also den Ofen auf 80 Grad runter, dann gibt es keine Hektik. Kleiner Tipp: Niedrigtemperatur garen und die Vorspeise wird relaxed, weil der Hauptgang immer im Timing richtig ist... So nun zur Sauce I, die Zwiebeln sind nun leicht braun, nun kommt ein halbes Glas Senf hinzu. Platte unbedingt niedrig schalten, Senf der zu heiß wird, wird bitter. Den Sud vom Braten untergeben und das ganze leicht anwärmen. Ab und an rühren. So nun müste der Braten bald fertig sein. Zumindest wenn es nach der Schlange vor dem Messestand geht. Irgendwer hat gefragt, ob man mal probieren darf und ist glatt stehen geblieben als ich ja sagte. Sowas! Und wie ist es bei uns in deutschen Landen? Wo einer steht, da stehen bald 2 und irgendwann hat auch der letzte begriffen da gibt es was zum Gucken oder zum Abstauben

Bücher kaufen!!! Achnee wir dürfen ja nicht auf der Messe verkaufen, nur Order schreiben. Was ein Quatsch. Versteh einer die Verkehrsordnung. Nein nicht die auf der Straße, die des Buchhandels. doch das ist ein anderes Thema. Wir sind beim Kochen.
Ausgaben beginnt: Senf- oder Avocado? Aber gerne... kennen Sie unser Landküche? Wie die Sauce gemacht ist? genau 30 Minuten dauert der Zauber, dann sind etwa 50 Portionen raus und ich erstmal schachmatt.
16.00 Uhr Zeit für das Standfest zu kochen. Carolin schneidet Tomaten in Würfel und den den Ruccola klein, während ich mich um die Vainegrette kümmere. Heute mit ein bisschen Senf. Ölivenöl, Balsamico, Pfeffer&Salz sowie ein Spur Senf und ein Schuss Sahne. Die Tomaten und den Rucola verteilen wir gemischt auf 2 große Schüsseln, heben die Sauce drunter und fertig.
Dazu gibt es Roastbeef mit Avocado-Sauce! Das Fest kann beginnen.

Ein angenehmer Abend, tolle Gespräche und viel Lob. Und so wie es aussieht ist der Abend nicht zu Ende. Die Kollegen von KBV murmelten irgendwas von Droemer-Knaur-Fete. Ich will ins Bett! Nix da los geht es. Ich hab immer noch mein "kochen was anmacht"-Shirt an. So wird es wohl die nächsten Abende bleiben, was ich so noch nicht ahnte.... nur die Farbe wechselte. Aber wir hatten Spaß...