
Leider nicht zu ignorieren, die Kalte Jahreszeit hat den Norden erreicht. Gerüchten zufolge soll es am Wochenende einen warmen Luftzug aus Spanien geben, doch der ist sicher erfroren bis dieser hier ist. Also insgesamt die richtige Jahreszeit für einen schönen Braten, Rotkohl und Kartoffeln. Da wird mir doch gleich warm ums Herz.
Den Braten habe ich aus einem Stück Oberschale vom Rind gemacht und das Rotkraut natürlich nicht aus dem Glas. Auch wenn es für viele aufwändig klingt, gerade solche Gerichte sind schnell gemacht. Der einzige Aufwand ist die Vorbereitung.
Ofen anschalten, Kartoffeln waschen und klein schneiden (ich koche meine immer mit Schale), Rotkohl in Streifen schneiden, Salbei, Lorbeer und Petersilie aus dem Garten holen und vorbereiten, Knoblauch und Zwiebeln in Stücke schneiden, Apfel schälen und würfeln Brühe auftauen und die Töpfe auf den Herd.
Für das Rotkraut schmelze ich Butter im Topf und lasse darin die Hälfte der Kartoffelwürfel schmoren. Derweil brate ich den Braten von allen Seiten in Olivenöl an.
Nun gebe ich einen Teelöffel Zucker zu den Äpfeln und lasse diesen leicht ankaramellisieren, nun kommen die Rotkohlstreifen zu den Äpfeln und lasse diese auch unter wenden in der Butter schmoren, ein kl. Löffel Balsamico daran und noch mal wenden. Das lasse ich nun ziehen und gebe in der Zwischenzeit die Zwiebeln mit zu dem Braten. So nun noch mal das Rotkraut in der Butter wenden und mit 0,2 l Rinderbrühe ablöschen, wenden und kochen lassen (Deckel drauf). An die Zwiebeln beim Braten kommen nun der Knoblauch und das Salbei. Jetzt kommen die Kartoffeln in heiße Wasser. Und der Braten wird mit 0,2 l Rinderbrühe abgelöscht. Danach setze ich den Braten mit ein bisschen Brühe in eine ofenfeste Form mit Deckel und weil ich auf Nummer Sicher gehen will stecke ich einen Bratenthermometer in das gute Stück. Ab in die Röhre bei 220 Grad.
Zu der Brühe in der Pfanne gebe ich einen Bund Thymian und ein Lorbeerblatt und die lasse ich kochen. So nun noch mal das Rotkraut wenden und auf Stufe 3, Deckel drauf weiter köcheln lassen. Die Platte von den Kartoffeln schalte ich aus. Pause! Nur mal so als Anmerkung inkl. Vorbereitungen, Zeugs abwaschen (ich spül nebenher alles was ich brauchte) und abwischen der Arbeitsflächen, habe ich bis hierhin 25 Minuten gebraucht. Also Zeit zum Klönschnack am Telefon mit ??? ....

So es klingelte, na wer wohl, yepp el Grafico mit Hunger. Mal nach der Bratentemperatur gucken: 60 Grad, noch ein bisschen. Derzeit die Sauce fertig machen. Hab ich ganz vergessen, zu erwähnen: während der Braten im Ofen war, ist ja die Sauce weitergekocht, also reduziert worden und aufgegossen mit 0,2 l Rotwein. Diese wurde nun von mir, nach dem Ali Öger schon Platz genommen hatte und nach Essen gierte, abgesiebt. Dann zurück mit der Brühe in die Pfanne, Platte hochgestellt und 40g Butter dran. Unter Rühren einkochen und ein Schupp Sahne daran gegeben. Platte aus, Sauce darf noch nachziehen. Nun die Kartoffeln, die ich irgendwann neben Telefon und Tisch decken abgesiebt hatte, kurz in einen Topf mit Butter und darin heiß schwenken. Teller vorbereiten, den Braten auf ein Brett – Mario ist schon beim Wein und guckt ungeduldig – und Stücke schneiden. Es kann losgehen: jeder 3 Scheiben Braten, Kartoffeln und Rotkraut, Sauce dran. Es war ein Lecker.
Kleine Randbemerkung, sicher wird der ein oder andere, Salz an meinen Rezepten missen. Nein, ich salze nicht nicht, sondern Salz ist Geschmacksache. Den Braten habe ich zum Beispiel vor dem Anbraten in Fleur de sel gewälzt. Auf den ersten Blick Salz reichlich, jedoch ist Fleur de sel nicht so „salzig“. Das Rotkraut bekam ordentlich Salz in Form von grob gekörntem Meersalz. Grundsätzlich verwende ich in der Regel (außer im Kochwasser) Salz am Schluss und meine Gäste salzen eher nach. Ich persönlich mag es eher „wenig salzig“.
Und zum Schluss ein Tipp: Rotkraut eignet sich ideal um gleich eine größere Menge zu kochen. Der Rest wird abgepackt, eingefroren und ich hab mindestens einmal Arbeit gespart.